Dynamische Stromtarife
Die kurze Antwort vorweg: ohne Wärmepumpe, E-Auto oder Speicher sparst du damit kaum etwas. Der Rechner zeigt dir, was bei deinem Profil realistisch herauskommt.
Ein dynamischer Stromtarif bringt einem normalen Haushalt ohne flexible Verbraucher typischerweise 50 bis 120 € im Jahr — nach Abzug der Grundgebühr. Das ist nett, aber kein Grund für Aufwand. Richtig interessant wird es erst mit E-Auto, Wärmepumpe oder Speicher, weil du dann nennenswerte Mengen Strom in die günstigen Stunden schieben kannst. Und falls du noch in der Grundversorgung steckst: Der Wechsel dorthin bringt dir mehr als jede Tarifoptimierung.
Rechner
Rechnet mit deinem Verbrauchsprofil statt mit einem Werbebeispiel. Alle Annahmen sind sichtbar und überschreibbar.
kWh pro Jahr
ct/kWh · Grundversorgung ~42,8 · guter Wechseltarif ~24
setzt eine typische verschiebbare Menge
kWh pro Jahr · sei ehrlich zu dir selbst
€ · Tibber 5,99 · tado° 4,58 · Ostrom 6,00
ct/kWh · günstige gegen mittlere Stunden
Ersparnis im Jahr
–
Davon durch Verschieben
der Teil, den du aktiv beeinflusst
Verbrauch × 4 ct/kWh. Ein dynamischer Tarif spart die Risikoprämie, die ein Festpreisanbieter für die Preisabsicherung einpreist. Vier Cent ist ein vorsichtiger Mittelwert; in ruhigen Marktphasen ist es weniger, in volatilen mehr.verschiebbare kWh × Ersparnis je kWh. Der Vorgabewert von 6 ct entspricht ungefähr dem Abstand zwischen den günstigsten Nachtstunden und dem Tagesmittel.Beim Vergleich zählen drei Dinge: die monatliche Grundgebühr, der Aufschlag auf den Börsenpreis und wie gut die App dir hilft, Verbrauch in günstige Stunden zu legen. Der dritte Punkt wird unterschätzt — ein dynamischer Tarif, den du nicht steuerst, ist nur ein Tarif mit Zusatzrisiko.
| Anbieter | Grundgebühr | Aufschlag | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Tibber | 5,99 €/Monat | ~2,5 ct/kWh | bestes Ökosystem: App, Pulse-Messgerät, große Community |
| tado° Energy (ehem. aWATTar) | 4,58 €/Monat | transparent auf Spot | günstigste Grundgebühr im Vergleich |
| Ostrom | 6,00 €/Monat | kein Aufschlag | reiner Spotpreis, dafür höhere Gebühr |
| Rabot Charge | erfolgsabhängig | 20 % der Ersparnis | verdient nur, wenn du gegenüber der Grundversorgung sparst |
| Octopus Energy | variabel | ~2,5 ct/kWh | breites Angebot, auch feste Tarife |
| 1Komma5° | variabel | variabel | vor allem im Paket mit eigener Hardware interessant |
Marktübersicht Stand 6. August 2026. Konditionen ändern sich häufig — prüfe sie vor Abschluss beim Anbieter selbst.
Wenn du keine Wärmepumpe, kein E-Auto und keinen Speicher hast, dann ist ein dynamischer Tarif für dich vor allem eins: interessant. Wirtschaftlich bleiben nach Grundgebühr meist 50 bis 120 € im Jahr übrig — bei gleichzeitig höherem Risiko, wenn die Börsenpreise anziehen. Wer diese Zahl nennt, verkauft weniger Verträge. Wir nennen sie trotzdem, weil du sonst mit falschen Erwartungen wechselst.
Bevor du über dynamisch gegen fest nachdenkst, lohnt eine viel einfachere Frage: Bist du überhaupt schon gewechselt? Wer nie den Anbieter gewechselt hat, landet automatisch in der Grundversorgung — und die ist mit Abstand das teuerste Produkt am Markt.
zahlt ein Haushalt mit 3.500 kWh in der Grundversorgung pro Jahr zu viel
42,8 ct/kWh gegenüber 23,9 ct/kWh · Differenz 18,9 ct/kWh · Stand 5.8.2026
Das ist rund sechsmal so viel, wie ein dynamischer Tarif einem durchschnittlichen Haushalt bringt — und es kostet dich einen Nachmittag. Erst wechseln, dann optimieren.
Netzentgelte und damit die Endpreise unterscheiden sich regional erheblich. Ein Vergleich lohnt sich deshalb immer mit der eigenen PLZ und dem eigenen Jahresverbrauch, nicht mit einem Bundesdurchschnitt.
Hier wird künftig ein Anbieter verlinkt. Solange wir kein Partnerprogramm haben, das wir guten Gewissens empfehlen können, steht hier keiner.
In der Regel ja, weil stündlich abgerechnet wird. Einige Anbieter lösen das mit eigener Messtechnik am vorhandenen Zähler, zum Beispiel Tibber mit dem Pulse. Frag vor Abschluss konkret nach, ob dein Zähler ausreicht — das ist der häufigste Grund, warum ein Wechsel scheitert.
Der Börsenpreis ja, dein Endpreis in aller Regel nicht. Netzentgelte, Abgaben, Umlagen und Steuern kommen immer obendrauf und sind positiv. In Stunden mit negativem Börsenpreis zahlst du also sehr wenig, aber praktisch nie Geld zurück.
Real, und man sollte es nicht kleinreden. In einer Preiskrise zahlst du mit einem dynamischen Tarif sofort mit, während ein Festpreis dich für die Laufzeit schützt. Der Preis für diesen Schutz ist die Risikoprämie im Festtarif — das ist genau der Betrag, den du im ruhigen Markt sparst. Du tauschst Sicherheit gegen Ersparnis, in beide Richtungen.
Teilweise. Deine PV deckt schon die sonnigen Mittagsstunden ab, also genau die Zeit mit oft günstigen Börsenpreisen. Der Zusatznutzen entsteht eher morgens, abends und im Winter. In Kombination mit einem Speicher, den du auch aus dem Netz laden kannst, wird es deutlich interessanter.
Ein variabler Tarif ändert sich alle paar Monate, wenn der Anbieter die Preise anpasst. Ein dynamischer Tarif ändert sich stündlich nach dem Börsenpreis des Folgetags. Nur beim dynamischen kannst du durch Verschieben aktiv sparen.
Ja, dynamische Tarife haben typischerweise kurze Kündigungsfristen von einem Monat und keine Mindestlaufzeit. Das ist ein echter Vorteil gegenüber Festpreisverträgen mit zwölf oder vierundzwanzig Monaten Bindung: Du kannst es ausprobieren und zurück, wenn es nicht passt.
Quellen:
Bundesnetzagentur ·
BDEW ·
strom-report (Grundversorgung gegen Wechseltarif, Auswertung vom 5.8.2026) ·
Verbraucherzentrale ·
Börsenpreise: EPEX SPOT Day-Ahead DE/LU.
Anbieterkonditionen laut öffentlichen Angaben der Anbieter, Stand 6. August 2026.
Zuletzt geprüft: 6. August 2026.