Photovoltaik

Wie viel Strom liefert eine PV-Anlage auf deinem Dach — und was bleibt davon übrig?

Ertrag, Eigenverbrauch und Amortisation mit deinen Werten. Inklusive der Frage, die 2026 wichtiger wird als der Ertrag selbst: Wie viel davon nutzt du eigentlich selbst?

Eine PV-Anlage liefert in Deutschland je nach Region und Ausrichtung 900 bis 1.050 kWh pro kWp und Jahr. Eine typische 10-kWp-Anlage kostet 12.000 bis 15.000 € und amortisiert sich in 10 bis 14 Jahren — bei einer Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren. Der entscheidende Hebel ist nicht die Anlagengröße, sondern die Eigenverbrauchsquote: Selbst verbrauchter Strom ist rund fünfmal so viel wert wie eingespeister.

Das musst du wissen

  • 0 % Mehrwertsteuer auf Anlage, Speicher und Installation bei Wohngebäuden bis 30 kWp.
  • Eine selbst verbrauchte kWh spart 37,2 ct. Eingespeist bringt sie 7,70 ct.
  • Die Ausrichtung kostet weniger Ertrag als viele denken: Ost-West liefert noch rund 85 % einer Südanlage — und passt oft besser zum Verbrauch.
  • Ab 2027 soll die feste Vergütung für Neuanlagen entfallen. Was das bedeutet — beschlossen ist es noch nicht.

Rechner

PV-Ertragsrechner

Ertrag, Eigenverbrauch, Einspeiseerlös und Amortisation — mit und ohne Speicher.

kWp · Faustregel 1 kWp braucht ~5 m² Dach

kWh je kWp bei Südausrichtung

Faktor auf den Ertrag

kWh pro Jahr

hebt die Eigenverbrauchsquote

€ inkl. Einbau · 1.200–1.500 € je kWp

Was eine PV-Anlage 2026 kostet

AnlagengrößePreis ohne Speicher€ je kWpErtrag (Mitte, Süd)
5 kWp7.000–9.500 €1.400–1.900 €~4.900 kWh
10 kWp12.000–15.000 €1.200–1.500 €~9.750 kWh
15 kWp16.500–21.000 €1.100–1.400 €~14.600 kWh
10 kWp mit 10 kWh Speicher16.000–20.000 €~9.750 kWh

Marktpreise Stand 6. August 2026, netto — bei Wohngebäuden bis 30 kWp gilt 0 % Mehrwertsteuer. Kleine Anlagen sind je kWp teurer, weil Gerüst, Anfahrt und Wechselrichter kaum mit der Größe skalieren.

Ost-West statt Süd: der unterschätzte Fall

Eine Südanlage liefert den höchsten Jahresertrag — aber gebündelt um die Mittagszeit, wenn viele Haushalte wenig verbrauchen. Eine Ost-West-Anlage kommt auf rund 85 % des Ertrags, verteilt ihn aber über Morgen und Abend und trifft damit den Verbrauch oft besser. Unterm Strich landen beide Varianten häufig beim gleichen Geld, und die Ost-West-Variante belegt dafür mehr Dachfläche. Sich wegen fehlender Südausrichtung gegen PV zu entscheiden, ist selten die richtige Konsequenz.

Warum die Anlagengröße nicht das Wichtigste ist

Eine größere Anlage produziert mehr — davon landet aber ein immer größerer Teil im Netz, wo er nur 7,70 ct bringt statt 37,2 ct gespart zu werden. Der Ertrag steigt linear, der Nutzen nicht.

Deshalb ist die richtige Frage nicht „wie viel Dach kann ich vollmachen", sondern „wie viel kann ich selbst verbrauchen". Und wenn die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen wie geplant wegfällt, verschärft sich das noch: Dann ist überschüssige Erzeugung fast wertlos. Anlagen werden dadurch nicht kleiner geplant, aber der Fokus verschiebt sich auf Speicher, Wärmepumpe und Wallbox als Verbraucher.

Angebote vergleichen

Die Preisspanne zwischen Angeboten ist größer als jeder Optimierungstrick

Bei derselben Anlage liegen Angebote regelmäßig 20 bis 30 % auseinander. Drei Angebote einzuholen bringt mehr als jede Feinjustierung an Modulen oder Ausrichtung — und kostet nur Zeit.

Hier wird künftig ein Vergleichsdienst verlinkt. Solange wir keinen Partner haben, den wir guten Gewissens empfehlen können, steht hier keiner.

Häufige Fragen

Wie viel Dachfläche brauche ich pro kWp?

Mit aktuellen Modulen rund 4,5 bis 5,5 m² je kWp. Für eine 10-kWp-Anlage sind das etwa 50 m² zusammenhängende, möglichst unverschattete Fläche. Dachfenster, Gauben und Schornsteine reduzieren die nutzbare Fläche oft stärker als erwartet.

Muss ich auf eine PV-Anlage Steuern zahlen?

Für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden gilt seit 2023 der Nullsteuersatz bei der Umsatzsteuer, und die Einnahmen sind einkommensteuerfrei. Für die allermeisten privaten Anlagen entfällt damit auch die Pflicht zur Gewinnermittlung. Bei mehreren Anlagen oder gewerblicher Nutzung solltest du das steuerlich prüfen lassen — wir geben dazu keine Beratung.

Lohnt sich PV auch ohne Südausrichtung?

Ja. Ost-West kommt auf rund 85 % des Ertrags einer Südanlage und passt oft besser zum Tagesverlauf des Verbrauchs. Erst bei reiner Nordausrichtung wird es kritisch: Dort bleiben etwa 60 % übrig, und die Amortisation zieht sich deutlich.

Wie lange hält eine PV-Anlage?

Module haben typischerweise 25 bis 30 Jahre Leistungsgarantie mit etwa 0,5 % Leistungsverlust pro Jahr. Der Wechselrichter ist das schwächste Glied und muss meist nach 12 bis 15 Jahren getauscht werden — rechne dafür mit 1.000 bis 2.000 €.

Soll ich auf die EEG-Reform 2027 warten?

Nein — eher im Gegenteil. Wer vor dem 1.1.2027 in Betrieb geht, sichert sich die heutige feste Vergütung für 20 Jahre. Nach dem Entwurf würde für spätere Anlagen nur noch eine befristete Übergangszahlung gelten. Warten verschlechtert deine Position also, statt sie zu verbessern. Details unter Einspeisevergütung.

Brauche ich zwingend einen Speicher?

Nein. Eine Anlage ohne Speicher rechnet sich in der Regel schneller, weil die Investition kleiner ist. Ein Speicher erhöht deine Unabhängigkeit und die Eigenverbrauchsquote, verlängert aber meist die Amortisation. Rechne beides durch, bevor du dich entscheidest — im Speicher-Rechner geht das im Detail.

Nächster Schritt

Lohnt sich zusätzlich ein Speicher?

Speicher rechnen →

Quellen: Bundesnetzagentur (Vergütungssätze) · Fraunhofer ISE (Preisentwicklung) · Verbraucherzentrale · BDEW (Strompreise).
Einspeisevergütung 7,70 ct/kWh (Teileinspeisung bis 10 kWp, seit 1.8.2026) · Strompreis 37,2 ct/kWh.
Zuletzt geprüft: 6. August 2026.