Stromspeicher

Rechnet sich ein Stromspeicher — heute und wenn die Einspeisevergütung wegfällt?

Der Rechner unten zeigt dir beide Szenarien nebeneinander: mit der Vergütung, die heute gilt, und mit der, die ab 2027 geplant ist. Mit deinen Zahlen, nicht mit einem Durchschnittshaushalt.

Ein Stromspeicher rechnet sich 2026 typischerweise nach 9 bis 13 Jahren — bei einer Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren. Entscheidend ist nicht der Preis pro Kilowattstunde, sondern wie viel Strom du überhaupt zusätzlich selbst verbrauchen kannst. Wer wenig Überschuss hat oder tagsüber ohnehin viel verbraucht, holt den Speicher nie rein. Rechne es unten mit deinen eigenen Werten nach.

Das musst du wissen

  • Ein 10-kWh-System kostet 3.000–5.000 € inklusive Einbau. Der oft zitierte Marktdurchschnitt von 315 €/kWh ist das untere Ende — rechne realistisch mit 300–500 €/kWh.
  • 0 % Mehrwertsteuer auf PV-Anlagen bis 30 kWp und den zugehörigen Speicher.
  • Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ist rund 29,5 ct wert (37,2 ct Strompreis minus 7,70 ct Einspeisevergütung) — eingespeist nur 7,70 ct.
  • Fällt die feste Vergütung wie geplant weg, steigt dieser Wert auf etwa 32 ct. Der Speicher wird also besser, aber nicht über Nacht doppelt so gut.

Rechner

Amortisationsrechner Stromspeicher

Zwei Szenarien nebeneinander: mit der heutigen Einspeisevergütung und mit der geplanten Regelung ab 2027. Alle Werte lassen sich überschreiben.

kWh pro Jahr · Ø Haushalt 3.500

kWp · rechnet mit 950 kWh je kWp

% deiner PV-Erzeugung

nutzbare Kapazität

€ inkl. Einbau · Vorschlag aus der Preistabelle unten

ct/kWh · Ø Haushalt 2026

Szenario, kein geltendes Recht

Die rechte Spalte rechnet mit der geplanten EEG-Reform: Das Bundeskabinett hat den Entwurf am 29. Juli 2026 beschlossen, Bundestag und Bundesrat müssen aber noch zustimmen. Vorgesehen ist für Neuanlagen eine Übergangszahlung von rechnerisch 5,2 ct/kWh über maximal 36 Monate statt der festen Vergütung. Anlagen, die vor dem 1.1.2027 in Betrieb gehen, behalten ihren Anspruch. Was daraus wird, steht noch nicht fest — deshalb zeigen wir beide Spalten und nicht eine Zahl, die so tut, als kenne sie die Zukunft. Details unter Einspeisevergütung.

Was ein Speicher 2026 kostet

Die Preise sind in den letzten Jahren deutlich gefallen. Entscheidend ist, dass du Angebote auf Euro pro Kilowattstunde nutzbarer Kapazität umrechnest — sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen, weil Hersteller mal die Brutto-, mal die nutzbare Kapazität angeben.

SpeichergrößeTypischer Preis inkl. Einbau€ je kWhPasst zu
5 kWh1.900–2.600 €380–520 €kleiner Haushalt, PV bis 5 kWp
10 kWh3.000–5.000 €300–500 €Standardfall, 4 Personen, 8–10 kWp
15 kWh4.200–6.500 €280–430 €Wärmepumpe oder E-Auto im Haus
20 kWh5.400–8.400 €270–420 €hoher Verbrauch, große Anlage

Marktübersicht Stand 6. August 2026. Nachrüstung in ein bestehendes System liegt meist 10–20 % höher als der Einbau zusammen mit der PV-Anlage.

Die Faustregel, die wirklich trägt

Rechne mit 1 kWh Speicher je 1.000 kWh Jahresverbrauch, maximal aber so viel, wie deine Anlage an Überschuss produziert. Ein größerer Speicher füllt sich sonst nie ganz und verlängert nur die Amortisation. Der häufigste teure Fehler ist nicht ein zu kleiner Speicher, sondern ein zu großer.

Wann sich ein Speicher nicht lohnt

Das steht auf den meisten Seiten nicht, weil dahinter jemand Speicher verkauft. Es gibt vier Fälle, in denen du die Finger davon lassen solltest:

  • Du hast keine PV-Anlage. Ein Speicher ohne eigene Erzeugung lohnt sich in Deutschland derzeit praktisch nie — auch nicht mit dynamischem Tarif, weil die Preisspreizung die Investition nicht trägt.
  • Dein Eigenverbrauch ist schon hoch. Wer tagsüber zu Hause ist, Wärmepumpe und E-Auto tagsüber laufen lässt und schon bei 55–60 % Eigenverbrauch liegt, hat kaum noch Überschuss, den ein Speicher retten könnte.
  • Deine Anlage ist klein. Unter etwa 4 kWp bleibt zu wenig Überschuss übrig, damit sich der Fixkostenanteil eines Speichers rechnet.
  • Du brauchst das Geld anderswo dringender. Der Wechsel aus der Grundversorgung in einen günstigen Tarif spart sofort rund 660 € im Jahr — ohne Investition. Das ist bei fast jedem Haushalt die erste Maßnahme, nicht der Speicher.
Angebote vergleichen

Was ein Speicher bei dir konkret kostet, sagt dir nur ein Angebot

Preise hängen stark von Dach, bestehendem Wechselrichter und Region ab. Sinnvoll sind mindestens drei Angebote von Fachbetrieben — allein die Spanne zwischen dem günstigsten und teuersten Angebot liegt erfahrungsgemäß bei 20–30 %.

Hier wird künftig ein Vergleichsdienst verlinkt. Solange wir keinen Partner haben, den wir guten Gewissens empfehlen können, steht hier keiner.

Speicher und die §14a-Netzentgelte

Ein Heimspeicher ab 4,2 kW gilt als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG. Das klingt nach Nachteil, ist aber vor allem ein Rabatt: Du bekommst automatisch eine pauschale Reduzierung der Netzentgelte von rund 110–190 € im Jahr, ohne Antrag und ohne zweiten Zähler. In unserem Rechner oben ist dieser Betrag nicht enthalten — er verkürzt die Amortisation also zusätzlich um etwa ein halbes bis ein ganzes Jahr. Welches der drei Module für dich passt, rechnest du im §14a-Modulrechner aus.

Häufige Fragen

Wie lange hält ein Stromspeicher?

Aktuelle LFP-Speicher sind auf 6.000 bis 10.000 Vollzyklen ausgelegt, was bei üblicher Nutzung 15 bis 20 Jahren entspricht. Übliche Garantien laufen über 10 Jahre und sichern meist 70 bis 80 % der ursprünglichen Kapazität zu. Ein Speicher ist also am Ende der Garantie nicht kaputt, sondern etwas kleiner.

Lohnt sich ein Speicher ohne Photovoltaik?

In aller Regel nein. Die Idee, nachts günstig zu laden und tagsüber teuren Strom zu vermeiden, funktioniert rechnerisch nur bei sehr großer Preisspreizung und sehr niedrigen Speicherpreisen. Beides ist derzeit nicht gegeben. Wenn du keine PV hast, bringt dir ein dynamischer Tarif mehr als ein Speicher.

Muss ich Mehrwertsteuer auf den Speicher zahlen?

Nein, wenn der Speicher zu einer PV-Anlage bis 30 kWp gehört. Dann gilt der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG — sowohl für die Lieferung als auch für die Installation. Das gilt auch bei Nachrüstung zu einer bestehenden begünstigten Anlage.

Wird der Speicher besser, wenn die Einspeisevergütung wegfällt?

Ja, aber weniger dramatisch als oft behauptet. Der Wert einer selbst verbrauchten Kilowattstunde steigt von rund 29,5 auf etwa 32 ct — das sind gut 8 % bessere Wirtschaftlichkeit, nicht das Doppelte. Wirklich groß wird der Effekt erst, wenn nach den 36 Monaten Übergangszahlung nur noch der schwankende Marktpreis bleibt. Auch das ist bisher nur geplant.

Wie groß sollte der Speicher sein?

Ein Kilowattstunde nutzbare Kapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch ist ein guter Startwert, begrenzt durch den tatsächlichen Überschuss deiner Anlage. Bei 3.500 kWh Verbrauch und 8 kWp sind das typischerweise 5 bis 8 kWh. Größer wird selten wirtschaftlicher, weil die zusätzlichen Kilowattstunden immer seltener gefüllt werden.

Kann ich einen Speicher später nachrüsten?

Ja. Bei AC-gekoppelten Speichern geht das unabhängig vom bestehenden Wechselrichter und ist technisch unkompliziert. Rechne mit 10 bis 20 % Aufpreis gegenüber dem gemeinsamen Einbau mit der Anlage. Wer ohnehin überlegt, sollte den Nachrüstzeitpunkt aber nicht ewig schieben: Bei Inbetriebnahme vor dem 1.1.2027 bleibt der Vergütungsanspruch der Anlage unberührt.

Nächster Schritt

Was kostet dich die geplante EEG-Reform?

Szenario rechnen →

Quellen: Bundesnetzagentur (Einspeisevergütung, Marktstammdatenregister) · BDEW (Strompreisanalyse) · Verbraucherzentrale · energie-experten.org (Speicherpreise) · Kabinettsbeschluss zur EEG-Novelle vom 29.07.2026.
Einspeisevergütung 7,70 ct/kWh: Satz für Teileinspeisung bis 10 kWp seit der Degression am 1.8.2026.
Zuletzt geprüft: 6. August 2026.