Einspeisevergütung

Was kostet dich die geplante EEG-Reform, wenn deine Anlage erst 2027 ans Netz geht?

Aktuelle Sätze, was der Kabinettsbeschluss vom 29. Juli 2026 ändern würde — und ein Rechner, der beide Fälle über 20 Jahre gegenüberstellt.

Wer seine PV-Anlage vor dem 1. Januar 2027 in Betrieb nimmt, bekommt weiterhin 7,70 ct/kWh für eingespeisten Strom — garantiert für 20 Jahre. Für Anlagen ab 2027 soll diese feste Vergütung nach dem Kabinettsbeschluss vom 29. Juli 2026 entfallen und durch eine Übergangszahlung von rechnerisch 5,2 ct/kWh über maximal 36 Monate ersetzt werden. Danach gilt der schwankende Marktpreis. Beschlossen ist das noch nicht: Bundestag und Bundesrat müssen zustimmen.

Das musst du wissen

  • 7,70 ct/kWh für Teileinspeisung bis 10 kWp — seit der Degression am 1.8.2026. Der oft zitierte Wert 7,78 ct ist veraltet.
  • Bestandsschutz: Der bei Inbetriebnahme geltende Satz bleibt für das Inbetriebnahmejahr plus 20 Kalenderjahre fest. Laufende Anlagen sind von der Reform nicht betroffen.
  • Stichtag 1.1.2027 — aber als Plan, nicht als geltendes Recht.
  • Die nächste reguläre Degression um rund 1 % ist für den 1.2.2027 vorgesehen.

Die aktuellen Sätze

AnlagengrößeTeileinspeisung
(Eigenverbrauch + Überschuss)
Volleinspeisung
(alles ins Netz)
bis 10 kWp7,70 ct/kWh12,22 ct/kWh
10 bis 40 kWp6,66 ct/kWh10,25 ct/kWh

Gültig für Inbetriebnahmen seit dem 1. August 2026. Bei gemischten Anlagen gilt der jeweilige Satz anteilig für den Leistungsanteil.

Rechner

Was dir über 20 Jahre entgeht

Vergleicht die Einspeiseerlöse einer Anlage, die vor dem 1.1.2027 ans Netz geht, mit dem geplanten Modell danach. Über die volle Vergütungsdauer von 20 Jahren.

Entwurf — noch kein geltendes Recht

kWp · rechnet mit 950 kWh je kWp

% der Erzeugung · ohne Speicher meist 65–75 %

ct/kWh · siehe Hinweis unten

Satz seit 1.8.2026

Stand der Gesetzgebung

Das Bundeskabinett hat den Entwurf der EEG-Novelle am 29. Juli 2026 beschlossen. Damit ist die politische Richtung gesetzt, geltendes Recht ist sie nicht: Bundestag und Bundesrat müssen das Gesetz noch beraten, danach folgen Ausfertigung und Verkündung. Im Entwurf stehen ein einheitlicher anzulegender Wert von 6,2 ct/kWh, die Übergangszahlung von rechnerisch 5,2 ct/kWh über 36 Monate, ein Direktvermarktungsbonus von 1,5 ct/kWh über bis zu 48 Monate und ein gestaffelter Zugang nach Inbetriebnahmejahr (2027 unter 50 kW, 2028 unter 25 kW, 2029/2030 unter 7 kW). Änderungen im parlamentarischen Verfahren sind normal. Wir aktualisieren diese Seite, wenn sich etwas bewegt — das Datum unten sagt dir, wann wir zuletzt nachgesehen haben.

Was der Wegfall praktisch bedeutet

Die Reform macht Einspeisen unattraktiver, aber sie macht Photovoltaik nicht unwirtschaftlich. Sie verschiebt nur, wo das Geld herkommt: weg vom Einspeisen, hin zum Selbstverbrauchen.

Schon heute ist das Verhältnis eindeutig. Eine Kilowattstunde, die du selbst verbrauchst, spart dir den vollen Strompreis von rund 37,2 ct. Eingespeist bringt dieselbe Kilowattstunde 7,70 ct. Das ist ein Faktor von fast fünf. Wenn die feste Vergütung wegfällt und am Ende der Marktpreis bleibt, wird daraus ein Faktor von neun oder mehr.

Die Schlussfolgerung, die wirklich zählt

Wenn du ohnehin eine Anlage planst, ist der Stichtag ein Argument, sie nicht zu verschleppen. Wenn du schon eine hast, ändert sich für dich nichts — dein Satz ist fest. Und in beiden Fällen wird die Frage wichtiger, wie viel du selbst verbrauchst statt einspeist. Genau da setzt der Speicher-Rechner an.

Wie viel du selbst auffangen kannst

Der entgangene Einspeiseerlös lässt sich zu einem großen Teil kompensieren, wenn du den Strom stattdessen selbst nutzt. Drei Hebel, in der Reihenfolge ihrer Wirkung pro investiertem Euro:

HebelWirkung auf die EigenverbrauchsquoteTypische Kosten
Verbrauch in die Mittagszeit verlegen+5 bis +10 Prozentpunkte0 €
Wärmepumpe oder Warmwasser mit PV-Überschuss+10 bis +20 Prozentpunktemeist vorhanden oder ohnehin geplant
E-Auto tagsüber laden+10 bis +25 ProzentpunkteWallbox 800–1.500 €
Batteriespeicher+20 bis +35 Prozentpunkte3.000–5.000 € für 10 kWh

Auffällig ist, dass der teuerste Hebel nicht der wirksamste ist. Wer den Verbrauch verschiebt und ein E-Auto tagsüber lädt, kommt oft weiter als jemand, der nur einen Speicher kauft und sonst nichts ändert.

Angebote vergleichen

Wenn du vor 2027 ans Netz willst, wird der Kalender knapp

Zwischen Angebot, Netzanmeldung und tatsächlicher Inbetriebnahme liegen je nach Region und Auslastung der Betriebe mehrere Monate. Wer den Stichtag mitnehmen möchte, sollte den Angebotsvergleich nicht bis zum Herbst schieben.

Hier wird künftig ein Vergleichsdienst verlinkt. Solange wir keinen Partner haben, den wir guten Gewissens empfehlen können, steht hier keiner.

Häufige Fragen

Verliere ich meine Einspeisevergütung, wenn das Gesetz kommt?

Nein. Der Entwurf sieht ausdrücklich vor, dass Zahlungsansprüche für Anlagen, die vor dem 1. Januar 2027 in Betrieb genommen wurden, fortbestehen. Eine rückwirkende Kürzung ist nicht vorgesehen. Dein Satz gilt für das Inbetriebnahmejahr plus 20 Kalenderjahre.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026 genau?

Seit dem 1. August 2026 sind es 7,70 ct/kWh für Teileinspeisung bis 10 kWp und 12,22 ct/kWh bei Volleinspeisung. Für 10 bis 40 kWp gelten 6,66 beziehungsweise 10,25 ct/kWh. Viele Seiten nennen noch 7,78 ct — das ist der Satz vor der Degression und damit veraltet.

Was ist eine Übergangszahlung von 5,2 ct?

Nach dem Entwurf sollen Neuanlagen ab 2027 statt der festen Vergütung eine befristete Zahlung von rechnerisch 5,2 ct/kWh über maximal 36 Monate bekommen. Danach vermarktest du deinen Strom zum Marktpreis oder speist gar nicht mehr ein. Der Betrag ist rechnerisch abgeleitet und im parlamentarischen Verfahren noch veränderbar.

Lohnt sich Photovoltaik ab 2027 überhaupt noch?

Ja, aber die Rechnung verschiebt sich. Der Ertrag kommt dann fast vollständig aus vermiedenem Strombezug statt aus Einspeiseerlösen. Das heißt: Anlagen werden eher kleiner und passgenauer geplant, Speicher und flexible Verbraucher wichtiger. Eine Anlage, die 70 % einspeist, rechnet sich künftig schlechter als eine, die 50 % selbst verbraucht — auch wenn die zweite kleiner ist.

Was ist Direktvermarktung ungefördert?

Du verkaufst deinen Strom über einen Dienstleister an der Börse statt eine feste Vergütung zu bekommen. Der Erlös schwankt mit dem Marktpreis und kann in Stunden mit sehr viel Sonne auch null oder negativ sein. Für kleine Dachanlagen ist das bislang unüblich, weil die Vermarktungskosten im Verhältnis hoch sind.

Sollte ich meine Anlage jetzt schnell noch anmelden?

Entscheidend ist die tatsächliche Inbetriebnahme, nicht die Bestellung oder der Vertrag. Wenn du ohnehin eine Anlage planst, ist ein Vorziehen wirtschaftlich sinnvoll. Eine Anlage nur wegen des Stichtags zu übereilen — mit schlechter Planung oder einem überteuerten Angebot — lohnt sich dagegen selten: Ein um 15 % zu teures Angebot frisst den Vorteil schnell auf.

Nächster Schritt

Wie viel vom Verlust fängt ein Speicher auf?

Speicher durchrechnen →

Quellen: Bundesnetzagentur (Vergütungssätze, Degression) · Kabinettsbeschluss zur EEG-Novelle vom 29.07.2026 · Verbraucherzentrale · BDEW (Strompreise).
Alle Angaben zur Reform ab 2027 beziehen sich auf den Regierungsentwurf, nicht auf geltendes Recht.
Zuletzt geprüft: 6. August 2026.