Wärmepumpe

Wie viel KfW-Förderung bekommst du — und rechnet sich die Wärmepumpe dann?

Rechner mit den aktuellen Fördersätzen des KfW-Zuschusses 458. Achtung: Sie haben sich am 21. Juli 2026 geändert, und viele Seiten rechnen noch mit den alten.

Der KfW-Zuschuss 458 deckt bis zu 80 % der förderfähigen Kosten, maximal 22.400 € beim Einfamilienhaus. Die 80 % erreichst du aber nur mit dem Einkommensbonus — ohne ihn liegst du bei 46 %. Ob sich die Wärmepumpe dann rechnet, hängt fast vollständig an zwei Zahlen: deinem Haushaltseinkommen und der Jahresarbeitszahl der Anlage. Rechne beides unten durch.

Das musst du wissen (Stand 6.8.2026)

  • Grundförderung 30 % für alle.
  • Klimageschwindigkeitsbonus 16 % — nicht mehr 20 %. Gilt bis 31.1.2027, danach sinkt er halbjährlich um 4 Prozentpunkte.
  • Einkommensbonus gestaffelt: 40 % bei zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 €, 10 % bis 50.000 €.
  • Deckel 80 % auf maximal 28.000 € förderfähige Kosten im Einfamilienhaus → höchstens 22.400 €.
  • Der Effizienzbonus von 5 % ist zum 21.7.2026 ersatzlos entfallen.

Rechner

KfW-458-Förderrechner und Amortisation

Berechnet deine Förderquote, den Eigenanteil und wie lange es dauert, bis sich die Wärmepumpe gegenüber deiner jetzigen Heizung rechnet.

Basis für den Vergleich

kWh Gas · bei Öl: Liter

€ inkl. Einbau · typisch 25.000–40.000 €

mit minderjährigen Kindern steigen die Grenzen um 10.000 €

16 % bis 31.1.2027

Altbau 2,8–3,2 · saniert 3,5–4,5

ct/kWh Gas · Ø EFH 11,1 · bei Öl: ct je kWh

ct/kWh · günstiger als Haushaltsstrom

Warum viele Seiten hier falsch liegen

Zum 21. Juli 2026 hat die KfW die Konditionen des Zuschusses 458 angepasst. Zwei Änderungen werden oft übersehen: Der Klimageschwindigkeitsbonus sank von 20 auf 16 %, und der Effizienzbonus von 5 % ist ganz entfallen. Wer mit den alten Sätzen rechnet, kommt auf eine Förderung, die es nicht mehr gibt. Umgekehrt stimmt die oft angezweifelte Zahl „bis zu 80 %" tatsächlich — sie gilt aber nur mit dem höchsten Einkommensbonus. Maßgeblich ist immer die Produktseite der KfW.

Die Fördersätze im Überblick

BausteinSatzBedingung
Grundförderung30 %für alle Antragsteller
Klimageschwindigkeitsbonus16 %Austausch einer alten Heizung, bis 31.1.2027
Einkommensbonus40 %zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 30.000 €
30 %bis 40.000 €
10 %bis 50.000 €
Maximum80 %auf höchstens 28.000 € Kosten → 22.400 €

Verifiziert auf kfw.de am 6. August 2026. Bei Mehrfamilienhäusern gelten 15.000 € je Wohneinheit (2–6) beziehungsweise 8.000 € (ab 7). Mit minderjährigen Kindern steigen die Einkommensgrenzen um 10.000 €.

Der wichtigste Hebel ist nicht die Förderung

Die Jahresarbeitszahl entscheidet über die laufenden Kosten und damit über zwei Jahrzehnte — die Förderung nur über den Startpreis. Eine Wärmepumpe mit JAZ 3,8 verbraucht ein Viertel weniger Strom als eine mit JAZ 2,9. Über 20 Jahre ist das oft mehr Geld als der gesamte Zuschuss. Entscheidend dafür sind niedrige Vorlauftemperaturen: große Heizkörper oder Fußbodenheizung, gedämmte Hülle, sauber eingestellte Heizkurve. Wer hier spart, spart am falschen Ende.

Wann sich eine Wärmepumpe nicht rechnet

Beim aktuellen Verhältnis von Gas- zu Strompreis ist die Wärmepumpe keine automatische Gewinnerin. Sie rechnet sich schlecht, wenn mehrere dieser Punkte zusammenkommen:

  • Niedriges Einkommen wird nicht genutzt. Ohne Einkommensbonus fehlen bis zu 40 Prozentpunkte Förderung — das ist der größte einzelne Unterschied in der gesamten Rechnung.
  • Schlechte Jahresarbeitszahl. Unter 3,0 im unsanierten Altbau mit alten Heizkörpern wird der Betrieb teuer.
  • Sehr günstiger Gastarif. Wer bei 9 ct/kWh liegt, hat eine deutlich höhere Hürde als jemand in der Gasgrundversorgung bei 13,6 ct.
  • Die alte Heizung läuft noch tadellos. Dann konkurriert die Wärmepumpe nicht mit einer Neuanschaffung, sondern mit null Investition.

Das heißt nicht, dass sie die falsche Entscheidung ist — Klimaschutz, Unabhängigkeit von fossilen Preisen und der Wegfall des CO₂-Preises sind reale Argumente. Es heißt nur, dass die reine Amortisationsrechnung nicht immer für sie spricht, und das sollte man vorher wissen.

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Bei Wärmepumpen ist die Angebotsspanne größer als bei jedem anderen Gewerk

Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot für dieselbe Anlage liegen häufig 30 %. Da es hier um fünfstellige Beträge geht, sind drei Angebote der mit Abstand wirksamste Schritt — deutlich wirksamer als jede Optimierung an der Technik.

Hier wird künftig ein Vergleichsdienst verlinkt. Solange wir keinen Partner haben, den wir guten Gewissens empfehlen können, steht hier keiner.

Häufige Fragen

Bekomme ich wirklich bis zu 80 % Förderung?

Ja, aber nur mit dem höchsten Einkommensbonus. Die Rechnung lautet 30 % Grundförderung + 16 % Klimageschwindigkeitsbonus + 40 % Einkommensbonus = 86 %, gedeckelt auf 80 %. Ohne Einkommensbonus bleiben 46 %. Bezogen auf maximal 28.000 € förderfähige Kosten sind 22.400 € das absolute Maximum im Einfamilienhaus.

Was ist die Jahresarbeitszahl und welche brauche ich?

Die JAZ gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage aus einer Kilowattstunde Strom macht. Im gut sanierten Haus mit Fußbodenheizung sind 3,5 bis 4,5 realistisch, im Altbau mit alten Heizkörpern eher 2,8 bis 3,2. Für die Förderung wird eine Mindesteffizienz verlangt — entscheidend für deine Rechnung ist aber der reale Wert im Betrieb, nicht der Prospektwert.

Muss ich vorher dämmen?

Nicht zwingend. Entscheidend ist die Vorlauftemperatur, nicht das Baujahr. Wenn dein Haus mit 55 °C Vorlauf warm wird, funktioniert eine Wärmepumpe gut. Der günstigste Weg dorthin sind oft größere Heizkörper in wenigen Räumen — deutlich billiger als eine Fassadendämmung und mit ähnlicher Wirkung auf die JAZ.

Wann muss ich den Antrag stellen?

Vor Beginn der Maßnahme, aber nach Abschluss eines Liefer- oder Leistungsvertrags mit aufschiebender Bedingung. Das ist die häufigste Ablehnungsursache: Wer zuerst beauftragt und dann beantragt, bekommt nichts. Sprich die Reihenfolge vorher mit deinem Fachbetrieb ab.

Lohnt sich eine Wärmepumpe mit Photovoltaik?

Deutlich, aber nicht so stark, wie es klingt. Die Wärmepumpe braucht den meisten Strom im Winter, wenn die PV am wenigsten liefert. Der Effekt ist trotzdem real: in der Übergangszeit und für Warmwasser im Sommer. In Kombination mit einem Speicher und einem dynamischen Tarif wird daraus ein spürbarer Betrag.

Bekomme ich einen Rabatt auf die Netzentgelte?

Ja. Eine Wärmepumpe ab 4,2 kW gilt als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach §14a EnWG. Damit steht dir automatisch eine Reduzierung der Netzentgelte von rund 110 bis 190 € im Jahr zu — ohne Antrag. Welches Modul für dich am meisten bringt, rechnest du im §14a-Rechner aus.

Passt dazu

Mit Wärmepumpe wird ein dynamischer Tarif erst richtig interessant

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Quellen: KfW — Zuschuss 458 (Fördersätze, direkt geprüft) · BDEW (Gas- und Strompreise) · Verbraucherzentrale · Bundesnetzagentur (§14a EnWG).
Gaspreis 11,1 ct/kWh (Ø Einfamilienhaus) · Wärmepumpentarif 28 ct/kWh als Vorgabewert.
Zuletzt geprüft: 6. August 2026. Fördersätze zuletzt geändert am 21.7.2026.